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Der Obersee wieder eiskalt - St. Jakob 2013

veröffentlicht um 13.08.2013, 11:41 von Thomas K.   [ aktualisiert: 14.08.2013, 04:30 ]

Nun schon das dritte Jahr ins schöne Defereggental. Scheint zu einem Fixpunkt im Rennkalender zu

werden. Diesmal mit noch mehr Teams aus Deutschland, da wird es schwierig, weiter vorn zu landen.

Aber, mal schauen. Arbeitsbedingt wurde diesmal erst am Freitag angereist. Die wenigen, welche

eher dort waren, vergnügten sich da schon beim Rafting. Unsere Abfahrtszeit 16 Uhr schloss die

Teilnahme am gemeinsamen Abendessen aus, deshalb wurde unterwegs gehalten. Und es gab….

Pizza! Musste mich gleich an Hannover erinnern, denn dort gab es auch Pizzatage und die Leistung

war gut. Somit kann sogenannte schwer im Magen liegende Kost nicht ganz schlecht sein. Vielleicht

 sollte die Theorie der Ernährungs(pseudo)wissenschaft mal hinterfragt werden… Aber wir sitzen ja

im Boot, da ist vermutlich eh alles ganz anders. Und das Jahr besteht bekanntlich aus 365 Tagen, da

 gibt es genügend Möglichkeiten, sich korrekt zu verhalten. Spätabends angekommen und schnell

mal noch zur Party am Hauptplatz, den Rest der Mannschaft begrüßen. Einige von uns waren auch

noch anwesend. Und ein ganzer Schwung Berliner ("Rumpaddler"), schon ganz schön angeschlagen.

 

Am nächsten Morgen zeitig raus und nach dem Essen gleich zum Obersee. Das Ritual des

Zeltaufbauens. Gäbe es eine Wertung für das größte Zelt, ich glaube, die hätten wir gewonnen. Und

typisch für das Rennen in St. Jakob, die PaddlerInnenbörse war gleich in vollem Gange. Wir werden

Leute von den Company Dragons aus Frankfurt und von den SVN Aquaglidern aus Hamburg

bekommen. Im Gegenzug fahren dann Leute von uns dort mit. Auf den umliegenden Gipfeln noch

jede Menge Schnee, es ist auch noch ziemlich frisch.

Sportlich waren wir gut unterwegs, in den Vorläufen zeitmäßig vor der Wiener Konkurrenz, dem

 Dreamboot. Wenn dies der Fall ist, kann man davon ausgehen, dass es gut läuft. Kann es sein, dass

 man die dünne Luft, immerhin liegt der Obersee auf knapp über 2000 m Höhe, spürt? Viele Leute

 behaupten das. Ich bin mir nicht so sicher, denn erschöpft bin ich immer und es ist ja nur

Kurzstrecke. Möglicherweise passt mein Trainingszustand nicht, aber weil es aufgelegt ist: Es muss

die Höhe sein…

Wir haben das B-Finale erreicht. Tolle Sache! Jetzt haben wir allerdings das Problem, dass die

Aquaglider im selben Lauf sind. Da wird es mit dem gegenseitigen Austauschen nichts. Ein super

spannendes Rennen zwischen dem Dreamboot, den Ghostdragons aus Halle und uns. Im Ziel möchte

ich keinen Tipp abgegeben, jeder könnte vorn sein. Verdammt, ganze 6/100 sek hinter dem

Traumboot. Wären nicht vielleicht doch noch 1 oder 2 Prozent bei allen möglich gewesen?

Das A-Finale mit Ausnahme der Wuppertaler fest in preußischer Hand. Wie erwartet, die

Steeldragons aus Brandenburg deutlich vorn, dann die Rumpaddler und auf Platz vier die Krossen

Krabben.

Und dann noch ein kleiner Schock. Hatte ich auf der Hinfahrt noch philosophiert wie schwer es als

Beifahrer ist, munter zu bleiben, folgte jetzt die Rache auf dem Fuß. Nina drückte mir die

Autoschlüssel in die Hand und meinte, ich solle zurück ins Quartier fahren. Nun muss man wissen,

dass meine Fahr"praxis" darin besteht, in den 18 Jahren seit Führerscheinerwerb ca. 500 km

gefahren zu sein. Die Herausforderung ist somit größer als das "bisschen Paddeln". Aber ok, schauen

wir mal, wie es die Serpentinen nach unten geht. Nun ja, einigen FahrerInnen von entgegen

kommenden Fahrzeugen (von denen es glücklicherweise wenige gab) ist vermutlich das Herz in die

Hose gerutscht, weil ich zuweit in der Mitte fuhr und Nina hat ihre Entscheidung sicherlich auch

schon bereut. Hinter mir ein kleiner unfreiwilliger Konvoi…

 

Beim abendlichen Festl mit Siegerehrung ging es ziemlich hoch her. Die Cover-Band legte sich tüchtig

ins Zeug und da ich seit einem gemütlichen Abend im Viper-Room letztes Jahr den Ruf eines

Tanzbärens habe, wollte ich den natürlich bestätigen… Nur gut, dass nicht in die Öffentlichkeit

gelangt, bei welchen Stücken ich getanzt habe… Ich sage nur Brian Adams! Und ich war

selbstverständlich nüchtern! Hat man da als Jugendlicher demonstrativ die Bewegung auf der

Tanzfläche verweigert, ist man jetzt auf einmal dabei. Ist das eine Art Altersmilde? Oder

übersteigerte, demonstrative Toleranz? Keine Ahnung, aber lustig war es trotzdem. "An Tagen wie

diesen" (und da würde ich im Normalfall auch nie tanzen…) geht das schon einmal.

 

Am Sonntag noch eine Wanderung. Normalerweise mag ich das nicht so, wenn danach noch eine

relativ lange Rückfahrt ansteht, aber da diesmal der touristische Freitag wegfiel, muss man ja etwas

entsprechendes tun. Und es war auch keine sehr lange Strecke. Erst einmal mit den Autos auf 2000 m

Höhe zur Speikbodenhütte und dann zu den Gritzer Seen und auf das Gritzer Hörndle. Scheh wars.

Hatte allerdings an beiden Tagen die Kraft der Höhensonne unterschätzt. So einen Sonnenbrand

hatte ich auf meinem spärlich mit Haaren bewachsenen Kopf noch nie.

 

 

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