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Grand Slam! - Litschau 2014

veröffentlicht um 31.12.2014, 09:03 von Thomas K.

Wieder Waldviertel. Wieder eine zeitige Abfahrt. Um 7 Uhr beim Verein, denn diesmal sollte mit dem

Vereinsbus gefahren werden. Super, das taugt mir. Ist schon irgendwie lässig, wenn der Bus (9-Sitzer)

vorfährt und nacheinander (fast) das halbe Team aussteigt. Am Vortag alles optimal, in der Früh eine

Cremeschnitte, selbstgemacht von Christoph!, abends Erdbeer-Frappé, natürlich beim Tichy.

Sehr gut, unser Stammplatz auf der Wiese bei den Bäumen war wieder verfügbar. Zelt aufbauen.

Fertig! Man müsste eigentlich noch schnell zum Supermarkt, einige Lebensmittel holen, unter

anderem “süße Milch“… Aber wann sind wir dran? Einen Rennplan gibt es noch nicht. Felix und Nina

haben den gleichen Gedanken, wollen aber noch vor dem Wettkampfbeginn los, weil Nina auch noch

schnell zur Apotheke muss (kein Doping!). Ok, sollte sich ausgehen, wir werden schon nicht gleich im

ersten Rennen starten. Irgendwie bin ich nervös. Wenn doch? Deshalb Alex kontaktieren, damit er

uns rechtzeitig Bescheid geben kann, wenn es doch der Fall sein sollte. Und als wir schon auf dem

Rückweg waren, kam der Anruf. Der Zufall hatte erbarmungslos zugeschlagen, wobei es der zweite

Lauf war. Also, das Gehtempo erhöhen, es ist ja nicht mehr weit, das wird sich ausgehen. Und wir

waren natürlich noch rechtzeitig dort.

In Litschau wird mit 16 PaddlerInnen im Boot gefahren, wir waren mit 23 Leuten dort. Da Jede/r mal

fahren soll/darf, werden wir ordentlich wechseln müssen/können. Im ersten Lauf blieben Helmut,

Ronny, Martin und ich gleich einmal draußen. Gewonnen wurde er trotzdem, und zwar vor dem

Rowing Club Vajgar aus Tschechien, eigentlich jedes Jahr Mit- bzw. Topfavoriten. Wobei sich in

weiterer Folge herausstellte, dass die Zeit noch etwas verbessert werden muss. Also werden wir im

nächsten Lauf im Boot sitzen. Ein bisschen unter Druck ist man jetzt schon. Wird die Zeit wirklich

besser werden? Und sie wurde, wir benötigten 2 Sekunden weniger, was die schnellste Zeit (Streng

genommen gibt es hier keine schnelle und langsame Zeit, höchstens im Science Fiction oder wilden

Konzepten der theoretischen Physik… Somit eigentlich die kürzeste Zeit…) in dieser zweiten

Qualifikationsrunde war. Das war wichtig im Hinblick auf die k.o.-Runde. Viertelfinale dann auch

relativ deutlich gewonnen.

Dann das Halbfinale, mit starker Gegnerschaft, unter anderem den PolizeisportlerInnen. Hoffen wir

mal, dass jetzt nicht gleich eines der beiden Wiener Teams ausscheiden wird (und vor allem natürlich

nicht wir…). Und was soll ich sagen, wir hatten die Sache ziemlich sicher im Griff. Mehr als zwei

Sekunden auf den PSV. Und auch die Laufzeit verbessert, die schnellste Halbfinalzeit. Somit werden

wir im Finale wieder auf die Polizeidrachen treffen. Und wiederum auf den Rowing Club Vajgar. Wir

konnten durchaus zuversichtlich sein, denn von den Zeiten her war jetzt niemand extrem gefährlich,

aber man weiß ja nie, es muss auch passen, der Lauf gut erwischt werden. Die Zeit bis zum Finale

noch gut herumbringen. Erstaunlicherweise war jetzt niemand so wirklich aufgeregt, da wirkt sich

schon etwas das höhere Selbstbewusstsein aufgrund der vergangenen Siege aus, und die gefahrenen

Zeiten geben ja auch Grund zum Optimismus.

Also ins Boot und zum Start paddeln. Unsere Fans (in erster Linie, die jetzt nicht im Boot sitzenden)

jubeln uns schon vom Rand aus zu.  Einschwimmen zur Startlinie. Oje, was war jetzt los? Der

Seitenwind treibt unser Boot zur Seite (welch Überraschung). Immer näher auf die kleine gelbe Boje

zu, welche die Bahn und die Startlinie markiert. Da werden wohl einige Leute die Boje mit ihren

Paddeln erwischen. Lautes Rufen in Richtung Starter, sowohl vom Steuermann als auch von einigen

von uns. Leute, nicht alle ablenken lassen! Aber irgendwie hoben im hinteren Bereich einige die

Hände und sogar Paddel um zu gestikulieren. Zu spät. Der Starter bemerkt das nicht bzw. will es

nicht bemerken. Das Signal ertönt. Zum Glück sind  zumindest in den ersten Reihen alle Paddel im

Wasser. Anreißen! Aber man merkt, dass hinten einige Leute beim ersten Schlag nicht dabei sind…

Der Start verhauen. Die anderen Boote gleich einmal zwei Meter voran. Das kann doch nicht wahr

sein! Sollte die Boje die Ursache sein, dass wir jetzt das Finale verlieren, obwohl wir die Vorläufe

recht deutlich im Griff hatten? Oder noch konkreter: Werden durch dieses Missgeschick jetzt die

PSVlerInnen gewinnen, obwohl sie im Halbfinale eigentlich keine Chance hatten? Erstaunlich, an was

man in wenigen Sekundenbruchteilen nach dem Start so alles denkt. War ich da möglicherweise

nicht der Einzige? Denn da war er wieder, der Ruck der durchs Team geht. Davor schraubt die

Frequenz hoch (Was soll er auch anderes tun, wenn Felix “Zieh an!“ schreit?) und hat eine Dynamik

im Oberkörper, dass klar war, jetzt oder nie. Diesen Lauf schenken wir nicht her, denn wer wird

danach schon die Boje als Grund akzeptieren? Eben. Nach einigen Schlägen war das Boot dann auch

auf Linie. Und wir paddeln uns die Seele aus dem Leib. Sind ja auch nur 200 m. Nach der Hälfte der

Strecke war für mich eigentlich auch schon klar, dass wir das Ding gewinnen werden. Und wir haben

gewonnen!! Deutlich, mehr als 1 Sekunde voran. Und das trotz des Startmaleurs. Ist noch einmal gut

gegangen. In Zukunft muss die gesamte Besatzung in solch einem Fall abgeklärter sein. Die kleine

Boje kann man im Ernstfall leicht wegpaddeln. Ein starkes Lebenszeichen der Wiener Teams, Platz 1

für uns, Platz zwei für den PSV. Das gab es hier noch nicht.

Und: “GRAND SLAM“ für uns! Warum lasse ich mich zu dieser Aussage hinreißen? Weil wir dieses

Jahr in Wien, in Raabs und in Litschau gewonnen haben. Das sind in Österreich die größten Rennen,

mit den stärksten Teilnehmerfeldern, im Waldviertel auch immer mit einigen ausländischen Teams.

Dürfte bisher auch noch kein österreichisches Team geschafft haben, oder? Wenn ich hier falsch

liegen sollte, bitte bei mir melden, dann korrigiere ich dies umgehend.

Jetzt noch alle in den Herrensee! Dann Sachen zusammenräumen und zur Siegerehrung. Dann schnell

zurück nach Wien. Zumindest die meisten, denn am nächsten Tag ist ja schon Viennautica...
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