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Mitten durch den Ort – Raabs an der Thaya 2013

veröffentlicht um 27.08.2013, 14:13 von Thomas K.   [ aktualisiert: 27.08.2013, 14:19 ]

Dieses Jahr das erste Mal nach Raabs an der Thaya. Gelesen hat man ja schon viel über das Rennen,

das größte in Österreich. Und das, obwohl jeweils nur zwei Mannschaften gegeneinander fahren.

Schön auch, dass nur 16 PaddlerInnen im Boot sitzen dürfen. Meine Theorie ist nämlich, dass wir in

diesem Falle bessere Chancen haben werden. Große, ausgeglichen besetzte Teams bzw. Teams mit

Zugriffsmöglichkeiten auf viele aktive (oder zumindest ehemals aktive) PaddlerInnen haben im 20er-

Boot Vorteile. Wir sind in der Breite noch nicht ganz so ausgeglichen besetzt, sodass sich zwei oder

drei Absagen von LeistungsträgerInnen sofort auswirken. Aber wie gesagt, bei 16 Leuten sollte es

besser gehen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass zum Beispiel das Dreamboot, gegen die wir in Wien die

letzten zwei Jahre keine Chance hatten, diesmal nicht so deutlich vorn sein wird. Schaun wir mal, ob

meine Vermutungen auch entsprechend  zutreffen werden.

Es ging relativ zeitig los, zum einen möchte man ja einen guten Lagerplatz ergattern, zum anderen

konnten wir im Internet sehen, dass wir schon im zweiten Lauf starten werden. Und schließlich

müssen wir auch bis fast an die tschechische Grenze. Die Fahrt recht gemütlich, dass uns ein

Reisebus, der uns übersehen hat, beinahe in den Straßengraben abgedrängt hätte, vergessen wir mal

lieber ganz schnell… Was mich eigentlich jedesmal wundert ist, wie das Waldviertel ("dort wo

Österreich am skandinavischsten ist") zu seinem Namen gekommen ist. Eine Recherche erspare ich

mir jetzt, fakt ist jedenfalls, dass ich es immer gar nicht sosehr waldig finde. Oder liegt es nur an der

Fahrtroute, dass diese nicht repräsentativ ist? Denn diese führt durch Landschaften mit viel Feld

unterbrochen durch eher kleinere Waldstücken. Also eher etwas Südschweden (ohne Meer, weniger

Seen und ohne falunrote Holzhäuser) als Mittelskandinavien.

Die Einfahrt in den Ort von oben her. Durchaus pittoresk fiel mir da ein, das sonnige Wetter trug

seinen Teil dazu bei. Gemütlich, könnte ein schöner Tag werden.

Gefahren werden die Rennen hier mitten im Ort, nur wenige Meter vom Hauptplatz entfernt, auf der

Thaya. Und schon gibt es gleich wieder Gerüchte über eine schnellere und eine langsamere Bahn. Bei

einem Fließgewässer, welches einen leichten Bogen aufweist und wenn auch noch eine Brücke zu

unterfahren ist, klingt das allerdings durchaus wahrscheinlich. Hier sollte auch einiges durch die

Steuerleute beeinflusst werden können.

Schön war, dass es jede Menge Spielmöglichkeiten für die anwesenden Kinder gab. Und wir, die

großen Kinder, konnten schon einmal das "Skifahren" trainieren, einen der Wettbewerbe der

dragolympischen Spiele in Dresden. Dem nicht genug, hatte auch noch Priska ihre Silks dabei. Das

kannte ich bis vor einigen Wochen noch nicht, dieser Akrobatik-Gymnastik-Trend ist an mir vorüber

gegangen. Nur soviel: Wer gerne mal beim Poledance zuschaut, wird das auch gern beim Trainieren

an den Silks tun…  ;-)

Der erste Lauf überhaupt nicht rund, da muss sich was ändern, wenn wir mitmischen wollen. Und im

zweiten Rennen wurde es anders! Wir konnten eine Superzeit hinlegen (Die beste Einzellaufzeit der

anwesenden Wiener Teams, ein Teilerfolg. Wobei die Zeiten der nächsten Läufe in den KO-Rennen

nicht bekannt gegeben wurden.)

Nun ging es ins Viertelfinale. Während die anderen Teams langsam ihren Frauenanteil verringerten,

erhöhten wir unseren noch, da Willi und Karin abreisten und schon alle verfügbaren Männer im

Einsatz waren. Wir legten ein tolles Rennen hin, vermutlich unser bestes an diesem Tag. War auch

super vom Peter Widhalm gesteuert, dem alten Fuchs. Denn wir waren auf der vermeintlich

langsameren Bahn. Im Halbfinale gegen die Draci z Prugly aus Brno ein extrem knapper Einlauf. Da

musste mit dem Jubel bis zur Bekanntgabe durch den Sprecher gewartet werden. Es jubelten jedoch

die anderen, als sie erfuhren, dass sie gewannen. Also kleines Finale um Platz 3, gegen das RLH

Powerboot. Somit gegen die "Kraft am Land" (für NichtösterreicherInnen: das ist der Werbespruch

der Baumarktkette, bei welcher die Leute beschäftigt sind), zudem ein  reines Männerteam…  Und

wieder knapp verloren.

Den Vorjahressieg konnten die Polizeidrachen, besetzt mit vielen Kanuten und einigen erfahrenen

Drachenbootlern (teilweise Freelancern, die mal beim PSV, mal bei Elin mitfahren), gegen die

Mannschaft aus Brno verteidigen.

Obwohl der Renntag mit zwei knappen Niederlagen ausklang, waren wir höchst zufrieden. Vierter

Platz von 55 teilnehmenden Mannschaften.  Wenn man die geringen Abstände zwischen den ersten

Mannschaften gesehen hat, kann man für den heutigen Tag doch noch einmal konstatieren, dass

unsere Mädels ziemlich gut sind (aber das wissen wir ja eh…)

die Durchschnittsleistung unserer Männer über der der Männer in den anderen Booten lag

   (Ja, ich weiß, typische Vergleiche,die Männer halt so anstellen… Und ja, ich habe etwas zu

   kompensieren… Da ich jedoch kein großes Auto habe, muss eben das Drachenbootfahren

   dafür herhalten…)

Die Siegerehrung und das anschließende Festl wurde unterschiedlich lang mitverfolgt. Habe noch nie

so einen großen und schweren Pokal gesehen. Da hätten wir ja eh keinen Platz zum Aufstellen

gehabt. Welch Trost…

Und ich denke, alle haben es schon bemerkt: Meine 16 PaddlerInnen-Theorie scheint sich bestätigt

zu haben…

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