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So trinken, äh, sehen Sieger aus!

veröffentlicht um 21.09.2010, 18:31 von Unbekannter Nutzer
Im 5. Jahr des Bestehens unseres Teams haben wir zum ersten Mal ein Rennen gewonnen! Und zwar die Firmenregatta 2010 des Polizeisportvereins Wien.
 
Aber alles der Reihe nach. Dieses Firmenrennen ist auch als Sturmbootregatta bekannt. Was soll das nun sein? Der Modus ist nicht alltäglich: erstens wird mit Achterzillen gefahren, und zwar drei Boote gegeneinander. Zweitens muss in den Vorläufen von jedem Team vor der Fahrt zur Startlinie im Boot ein Doppelliter Sturm oder Most getrunken werden - auf Zeit. Die Trinkzeit ergibt ein Handicap für's Paddeln. Daraus errechnet sich eine "Superzeit", die für die Wertung herangezogen wird.
 
So weit, so gut. Wir waren elf potentielle Paddler, wobei aber 5 Leute mehr oder weniger schwere gesundheitliche Probleme hatten und eigentlich nur Ersatz sein wollten. Paula konnte aufgrund Verkühlung gar nicht paddeln; umso mehr haben wir uns über ihre moralische Unterstützung durch Anwesenheit gefreut. Nach langem Überlegen fanden wir dann die acht Paddler und Trinker für den ersten Vorlauf. Dieser verlief nicht nach Wunsch und begann mit einer blamablen Trinkzeit: nur Platz 7. Beim Paddelbewerb wurden alle Boote vom Starter überrascht, der das "ready" unverzüglich ins "go" übergehen ließ. Die Folge in unserem Boot war das altbekannte Hudeln. Knapp, aber doch gewannen wir den Lauf, mit drittbester Gesamtzeit. Aufgrund des schlechten Trinkergebnisses landeten wir gesamt nur auf Platz 4.
 
Die Köpfe rauchten, die Taktik musste geändert werden (vor allem war uns die schlechte Trinkzeit peinlich). Unser erfahrener "Worcester Dragon" Matt wurde auf den linken Schlag gesetzt und die Reihenfolge fürs Trinken praktisch auf den Kopf gestellt. Entschlossen ging es zum 2. Vorlauf. Wir verbesserten unsere Trinkzeit um satte 15 Sekunden, wenige Hundertstel fehlten auf die Minutenschallmauer - Gesamtrang 3! Frohen Mutes und geblähten Magens fuhren wir zum Start. Wieder wurden wir äußerst schnell abgelassen, aber diesmal waren wir vorbereitet. Helmut und Matt am Schlag gaben einen tollen Rhythmus vor, alle konnten mitziehen, und wir gewannen den Lauf souverän - Zeit um 2,5 Sekunden verbessert. Gesamt wieder drittbeste Paddelzeit, gemeinsam mit der Trinkzeit gab das auch die 3. Superzeit, damit hatten wir das große Finale geschafft!
 
Dabei war der Modus unterschiedlich: es wurde nicht mehr getrunken, es ging rein um die Paddelzeit. Um unseren Wettkampfrhythmus nicht zu stören, genehmigten wir uns daher schon während der Vorbereitung aufs Finale einen weiteren Doppler Sturm. Nun waren fast alle Teammitglieder topfit und hochmotiviert, und es war schwer zu entscheiden, wer im Finale nicht fährt!
 
Also, großes Finale... die Gegner hießen Elin Dreamboat und Elin Ost, und es sei erwähnt, dass wir bisher in keinem Wettbewerb vor einem Elin-Boot landen konnten. Unser Steuermann war diesmal unser früherer Trainer Fredi, der uns mit den Worten: "Freunde, meine Erwartungen sind hoch!" begrüßte. Gleich den Wind aus den Segeln nehmen: "Ja, wir wollen auch aufs Stockerl!"
 
Konzentriert fuhren wir zum Start. Konzentriert war auch der Starter, der diesmal nicht frühzeitig abließ. In der Auslage war unsere Körperspannung am Höhepunkt. Endlich: "Go!" Vom ersten Schlag an passte alles - wir gingen ab wie eine Rakete! Schon nach den Startschlägen lagen wir merkbar voran. Jetzt die Streckenschläge. Wieder war der Rhythmus der Schlagleute optimal, alle konnten alles, was sie hatten, einsetzen. Bei etwa Streckenmitte lagen wir fast schon eine Zillenlänge vor dem Dreamboat! Weiter ging's... man konnte schon die Zuseher hören: "De gwinnan's!" - das war eindeutig Frau Käptn. Fredi sagt die letzten 50 Meter an, das Dreamboat beginnt seinen bei allen Gegnern gefürchteten Schlusssprint. Wir bleiben ruhig und ziehen mit Entschlossenheit unsere langen kräftigen Schläge durch. Fredi sagt: "Durch!" Wir schauen nach links - beide Elin-Boote sind hinter uns! Die Freude ist riesengroß, aber wir können sie ein paar Sekunden lang nicht äußern, weil wir keine Luft mehr haben... zurück zum Steg, wo wir von unseren Teamkollegen, die in diesem Lauf nicht paddeln konnten, in Empfang genommen werden...
 
Den Rest des Abends können sich die Abwesenden gut vorstellen. Ausgezeichnete Gulaschsuppe, noch besserer Sturm von den Ackerls, Siegestrophäen, und zum ersten Mal Pokale und Urkunden, wo groß die 1 draufsteht. Die Freude war eigentlich auch Erleichterung, endlich haben wir auch Fredi etwas davon zurückgeben können, was er uns immer beibringen wollte... fragt sich noch jemand, welches Team als letztes heimging?
 
Sollte jemand meinen, das war "nur" ein Juxrennen und die Freude ist übertrieben, mitnichten! Auch wenn nur 11 bzw. 12 Boote teilnahmen, 3/4 der Teilnehmer wären beim Wiener Drachenbootcup problemlos in die Sportkategorie gekommen. Und ein, ahso, zwei, Elin-Boot(e) muss man auch mal schlagen, im Finallauf war das Dreamboot mehr als eine Sekunde hinter uns! Darüberhinaus war unsere Finallaufzeit auch Tagesbestzeit. Endlich haben wir das, was wir können, auch mal im Rennen rübergebracht.
 
P.S.: Gerüchten zufolge überlegt Käptn Betti aufgrund unserer jüngsten Erfolge ein absolutes AlkoholGEbot während der zukünftigen Rennen.
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