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Tschechoslovakia vs. Wien 1 : 0, Litschau 2013

veröffentlicht um 27.08.2013, 14:33 von Thomas K.

Mittlerweile auch schon traditionell, das Rennen in Litschau. Also, wieder ins Waldviertel.

Drachenbootrennen sind in dieser Region sehr beliebt. Dementsprechend groß ist auch immer die

Zahl der teilnehmenden Mannschaften aus der unmittelbaren Umgebung. Diesmal 34. Und es ist ein

Rennen mit 16 PaddlerInnen…

In der Früh schon fast ein Fehlstart. Mal  wieder das typische Handy-Wecker-Problem. Man ändert

die Weckzeit und vergisst, dass man diese am Samstag ändern muss und nicht "Montag – Freitag".

Somit klingelte um 5 Uhr gar nichts… Glücklicherweise, der Hitze und der inneren Uhr gedankt,

wachte ich 5:40 auf. Somit verbleiben "anachb.at" zufolge noch 17 Minuten bis zum Verlassen des

Hauses, damit man dann mit U-Bahn und Zug rechtzeitig den Abfahrtsort Bahnhof Tulln erreicht.

17 Minuten um sich zu waschen, einzupacken, eine Jause vorzubereiten. Vor allem die Bananenmilch

musste noch gemacht werden, auf diese wollte ich nicht vernichten. Also, gleich einmal das Waschen

wegfallen lassen, nachher wird sowieso geschwitzt und ins Wasser kann gesprungen werden, das

muss genügen. Beim Umsteigen in der Spittelau sprinten und der Zug wurde erreicht. Maxl wartete

schon am Bahnhof Tulln. Und wir waren dann wirklich zeitig am Renngelände. Viele Teams hatten

ihre Lagerplätze schon abgesteckt. Wird es noch etwas Schattiges geben? Ja, gab es. Nur gut, dass wir

schon eine halbe Stunde vor der vereinbarten Treffzeit da waren! Und wie im Vorjahr, zwischen

Donaudrachen und Armadergeschwader. Gute Vorzeichen. Ansonsten ist es auch wie immer, starke

Teams aus Tschechien (Rowing Club Vajnar) und der Slowakei (Nostradamus 2012 und Dracia legia

aus Trencin) sind  wieder dabei. Diesmal drei Mannschaften aus Wien, das Traumboot, die

Polizeidrachen und wir. Und jede Menge schwer einzuschätzende regionale Männertruppen mit viel

Kraft. Temperaturen wurden bis 36°C voraus gesagt, erschwerte Bedingungen.

Nachdem das Dach des neuen Zeltes stand, ging es auch schon bald mit den Rennen los. Der erste

Vorlauf war wild, im wahrsten Sinne des Wortes. So eine hohe Frequenz sind wir noch nie gefahren!

Trotzdem hatte man das Gefühl, dass der Kahn nicht richtig von der Stelle kommt. Das ist aber beim

Training auch so, bei hohen Schlagfrequenzen spürt man die Bootsgeschwindigkeit nicht richtig.

Zumindest heute war keine Zeit, richtig durchzuziehen. Die Laufzeit in Ordnung, aber ziemlich weit

weg von denen der Besten. Im zweiten Vorlauf dann eine deutlich niedrigere Frequenz. Das fühlt sich

gut an, ein Lauf wie aus einem Guss. Aber, langsamer als der erste. Erstaunte Gesichter. Trotzdem

werden die nächsten Läufe so bestritten, denn die Möglichkeit des Zusetzens schien hier eher

gegeben. Viertelfinale. Das wird jetzt schon kritisch, denn "Nostradamus" ist gegenwärtig für uns

nicht erreichbar und dann ist auch noch die Dorfgemeinschaft Groß Radischen mit in unserem Lauf,

welche im zweiten Vorlauf eine deutlich bessere Zeit als wir hatte. Also wurde vor dem Lauf noch

etwas umgestellt. Wir sind ja diesmal 22 PaddlerInnen (Jan war mittlerweile auch schon

angekommen…), sodass wir Besetzungsvarianten ausprobieren können. Und ja, das sollte von Erfolg

gekrönt sein. Wir schafften als zweite unseres Laufes den Einzug ins Halbfinale. Aber hier wird wohl

Schluss sein, denn der "Rowing Club Vajgar" und wiederum "Nostradamus 2012" sind die

Mitbewerber und dazu noch die "Vienna Police Dragons". Es sollte somit im Normalfall ein Kampf mit

der Kieberer-Partie J um Platz drei werden und so war es dann auch. Wir waren gut im Rennen,

Nostradamus über weite Strecken nicht allzu weit vor uns und die Polizeidrachen noch eine Bahn

weiter etwa auf unserer Höhe. Aber das habe ich natürlich nicht gesehen, denn man schaut ja nur

nach (schräg)vorn. Also noch einmal alles! Am Ende Unsicherheit. Die ersten beiden Plätze waren wie

vorausgesagt vergeben, aber wer war Dritter und Vierter? Jawoll, wir hatten es geschafft. Und ganz

nebenbei für die StatistikerInnen: Unsere Zeit war an diesem Tag die beste von einem Wiener Team

erzielte und hätte im anderen Lauf sogar für den Einzug ins Finale gereicht. Das gelang dort dem

Traumboot. Das Finale war dann aber eine klare Sache der Teams aus Tschechien und der Slowakei,

wobei die Dracia Legia Trencin recht deutlich vorn lagen. Danach folgten dann die Wiener

Mannschaften, Dreamboot Elin als Vierte, wir als Fünfte und die Polizeidrachen als Siebente. Wie

meist eng beeinander, nicht nur geschwindigkeits-, sondern auch platzierungsmäßig. Es scheint eine

Art "Wiener Geschwindigkeit" zu geben, denn abgesehen vom Rennen in Wien liegen die drei

regelmäßig auswärts antretenden Teams zeitlich immer sehr eng beieinander und in Abhängigkeit

von der Tagesform und –aufstellung ist mal das eine, mal das andere vorne. Eigentlich interessant,

denn wenn man sich die Zusammensetzung der Mannschaften anschaut, stellen Hobbydemoskopen

sofort fest, dass diese hinsichtlich Altersstruktur und auch "Paddeltypen" (Größe, Statur) völlig

unterschiedlich sind. Aber, das ist gut so und immer wieder spannend. Denn beim Rennen in Litschau

stellen sich zum Beispiel immer die Fragen:

1.               1. Können wir den Abstand zu den tschechischen und slowakischen Teams verringern?

2.               2. Ist es möglich, die waldviertler Kraftlackel (Männer-) Mannschaften in Schach zu halten?

3.                3. Werden wir es schaffen, das beste teilnehmende Wiener Team zu sein?

Und da man ja neben Hobbydemoskop auch noch Hobbysportpsychologe ist, bin ich mir sicher, dass

gerade letzteres für viele der Traumbootler und der PolizistInnen wichtig ist. Eine entsprechende

Umfrage mit den Auswahlmöglichkeiten "trifft zu" und "trifft nicht zu" würde wohl deutlich in

Richtung "trifft zu" ausschlagen. Direkt befragt würden selbstverständlich alle "NEIN" sagen…  ;-)

Und dann gibt es natürlich noch die Möglichkeit, wenn es sich bei der dritten Frage hinsichtlich

Platzierung nicht ausgeht (was oftmals in der KO-Runde auch immer etwas mit Glück bei der

Laufzusammensetzung zu tun hat), auf die Laufzeiten zu schauen. Haben wir vielleicht die beste

Einzellaufzeit der Wiener Mannschaften? Und ja, hatten wir! Ja, ja, steht eh oben, darf aber durchaus

nochmal erwähnt werden, denn ein bisschen stolz sind wir schon darauf. Die Zeit war nämlich besser

als die unserer Männermannschaft des Jahres 2011 (Es war  damals wie heute windstill.). Trotz vieler

personeller Änderungen im Team konnten wir uns weiterentwickeln, das ist doch was.

Wie es bei der Siegerehrung und anschließenden Party  am Hauptplatz war, kann ich nicht sagen,

denn da war ich, wie einige andere auch, schon auf dem Weg zurück nach Wien. Somit müsst Ihr die

Leute selber fragen, aber ich denke, es wird gepasst haben … ;-)

Dafür bin ich, in Wien angekommen,gleich mal mit der U1 vom Praterstern bis zum Reumannplatz

durchgefahren. Ein Erdbeerfrappé beim Tichy musste sein!

Sonntags wurde dann, als der Großteil des in Litschau übernachtenden Restes der Truppe vermutlich

noch in den Federn lag, gleich gegen den Gloriette-Hügel angekämpft. Vom Samstag motiviert. Alles

fürs Team! Kritische ZeitgenossInnen werden jetzt sagen, dass das wohl eher ein Ankämpfen gegen

den altersbedingten Verfall ist. Und sie haben nicht ganz unrecht damit…  Die "LitschauerInnen"

haben dann noch den letztes Jahr in Thurnberg gewonnenen Gutschein (siehe entsprechenden

Rennbericht) eingelöst, eine "Kräuter-Sinnes-Erlebnis" - Betriebsbesichtigung bei der Firma

Sonnentor in Zwettl, inklusive Kaffee und Kuchen. Auch da müsst Ihr fragen, wie es war. Ich saß zu

dieser Zeit gerade  in meiner Stammeisdiele und habe einen Fitnessbecher gegessen. Der riecht zwar

nicht so stark wie die Kräuter und sollte auch nicht befühlt werden, aber zumindest ein Sinn wird

angesprochen: der Hineindamitsinn, weil er super schmeckt. Und "Fitness" kommt darin vor… Alles

fürs Team…

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